Glossar

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Vorbilder

Glossar zum Themenkomplex Vorbilder

Übersicht über die erklärten Begriffe:

Ahimsa  

Arafat, Jasir

Ashram

Balfour-Deklaration

Ben Gurion, David

Botha, Louis 

Buren(krieg)

Carter, Jimmy

Dayan, Moshe

Dhoti 

Diaspora

Dreipfundsteuer 

Dreyfus-Affäre

Ehegesetze 

Gandhi, Indira 

General J. Chr. Smuts 

Gokhale

Gujarati 

Hagana

Harijan

Herzl, Theodor

Hinduismus

INC 

Indigo

Kastensystem  

Kibbuz

Kissinger, Henry

Kontraktarbeiter 

Likud-Block

Mahatma 

Massaker von Amritsar 

Montford-Reformen 

Nasser, Gamal Abd el-

Natal

Nehru

Oranje-Freistaat

Paria 

Peres, Shimon

PLO

Registrierungsgesetz 

Rowlett-Akte 

Ruskin, John 

Sadat, Anwar es-

Satyagraha

Schamir, Izhak

Scharon, Ariel

Sikh 

Sultanat 

Tolstoi

Transvaal

Weizman, Ezer

Zionismus

Zuluaufstand

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Ahimsa - Schonung alles Lebendigen. Achtung gegenüber allen Lebewesen. Gandhi hat Ahimsa mit der christlichen Nächstenliebe verglichen, wobei Ahimsa mehr umfasse als nur die Nächstenliebe gegenüber den Mitmenschen. Außerdem hat Gandhi aus dem Prinzip des Ahimsa abgeleitet, dass Nächstenliebe auch bedeutet, schlechte Behandlung durch Mitmenschen, Demütigungen und Schläge hinzunehmen, ohne zu hassen oder sich zu rächen. Auch dieses Prinzip hat Gandhi in der Bibel wiedergefunden. Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, dem biete auch die andere dar (siehe auch Zitate Gandhis).

Arafat, Jasir - arabischer Politiker, geboren 1929 in Jerusalem; Gründer und Führer der palästinensischen Untergrundorganisation Al-Fatah, seit 1969 Vorsitzender der PLO; seit 1989 Präsident des 1988 von der PLO proklamierten Staates Palästina; erhielt 1994 gemeinsam mit Peres und Rabin den Friedensnobelpreis; wurde 1996 zum Präsidenten (Raïs) des palästinensischen Autonomierates gewählt.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Ashram - hinduistisch: Einsiedelei zur Unterrichtung von Schülern durch einen Meister.

Balfour-Deklaration - Zusage einer "nationalen Heimstätte" in Palästina an die Juden durch den britischen Außenminister Lord Balfour vom 2.11.1917; im Widerspruch zur gleichzeitigen Förderung der Araber gegen die Türken abgegeben.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Ben Gurion, David - israelischer Politiker (Mapai), 1886 in Ploñsk, Polen geboren, 1973 in Tel Aviv gestorben; seit 1906 in Palästina, 1915–1917 von den Türken ausgewiesen; Mitbegründer und Führer der Histadruth und Mapai; 1935–1948 Präsident der Jewish Agency for Palestine; 1948–1953 erster Ministerpräsident und Verteidigungsminister, 1955–1963 wieder Ministerpräsident. Nach seinem Austritt aus der Mapai 1965 gründete er die neue Partei Rafi (1965) und blieb 1969 bei deren Zusammenschluss mit der Mapai abseits. Ben Gurion legte 1970 sein Knesset-Mandat nieder, um sich seinen Memoiren zu widmen.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Botha, Louis (1862-1919) - südafrikanischer General und Politiker; Bothe war ab 1900 Oberbefehlshaber der Streitkräfte von Transvaal im Burenkrieg. Er setzte sich nach der Niederlage 1902 erfolgreich für eine Aussöhnung mit den Briten ein. 1910 wurde er der erste Premierminister der Südafrikanischen Union (siehe auch Seite Geschichte Südafrikas).

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Buren(krieg) - Nachkommen der seit 1653 in Südafrika eingewanderten Weißen, v.a. aus den Niederlanden und Deutschland. Die Buren fühlten sich immer als die eigentlichen Herren Südafrikas. Mit den Briten, die sich später als Handelstreibende in Südafrika niederließen und ebenfalls Anspruch auf Südafrika erhoben, kam es 1899-1902 zum Burenkrieg. Großbritannien wollte die Staaten der Buren, Transvaal und Oranje-Freistaat, aufgrund der Bodenschätze erobern. Die Briten siegten, stellten die Staaten jedoch bald wieder unter eine Selbstverwaltung. Viele Buren waren Großgrundbesitzer und Unterstützer der Apartheid (siehe auch Seite Geschichte Südafrikas).

Carter, James Earl (Jimmy) - US-Politiker (Demokratische Partei), 1924 in Plains, Georgia geboren, Farmer, 1971–1975 Gouverneur von Georgia, 1977–1981 39. Präsident der USA. Jimmy Carter vermittelte den Frieden zwischen Ägypten und Israel und schloss mit der UdSSR das SALT-II-Abkommen.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Dayan, Moshe - israelischer Offizier und Politiker, 1915 im Kibbuz Deganya geboren, 1981 Tel Aviv gestorben; gehörte bis 1977 sozialdemokratischen Gruppierungen an (bis 1964 Mapai, bis 1968 Rafi, dann Arbeiterpartei), danach parteilos; frühzeitig Mitglied jüdischer Verteidigungsgruppen in Palästina; 1953–1958 Generalstabschef, 1959–1964 Landwirtschafts-, 1967–1974 Verteidigungs-, 1977–1979 Außenminister; gründete 1981 die Partei Telem.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Dhoti - indisches Kleidungsstück; einfaches Tuch, das ähnlich wie ein Lendenschurz getragen wird.

Diaspora - (griechisch, "Zerstreuung"), Gebiete, in denen religiöse Minderheiten zerstreut leben.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Dreipfundsteuer - Viele Inder waren als billige Arbeitskräfte nach Südafrika gekommen. Sie erhielten nur mit einem Arbeitsvertrag eine Aufenthaltserlaubnis. Die Kontrakte waren auf wenige Jahre begrenzt, in denen der Arbeiter so gut wie keine Rechte hatte. Wollte er kündigen, musste er eine Kopfsteuer von drei Pfund zahlen, eine Summe, die keiner der Arbeiter aufbringen konnte, da die Löhne um ein vielfaches geringer waren. Die Arbeiter waren also nur bessere Sklaven (siehe auch Seite Geschichte Südafrikas).

Dreyfus-Affäre - Alfred Dreyfus (1859-1935), ein französischer Offizier jüdischer Herkunft, wurde aufgrund gefälschter Dokumente wegen Landesverrats 1894 zu lebenslänglicher Deportation verurteilt. Der Schriftsteller Emile Zola löste mit seiner Veröffentlichung "J'accuse" (1898), in der er die Regierung scharf angriff, die Dreyfus-Affäre aus, die zu heftigen innenpolitischen Auseinandersetzungen und einem Aufleben des Antisemitismus führte. Dreyfus wurde 1899 bei Wiederaufnahme des Verfahrens zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, aber begnadigt. 1906 wurde er gänzlich freigesprochen und rehabilitiert.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Ehegesetze - Die Ehegesetze wurden 1913 in Südafrika eingeführt. Sie besagten, dass nur christliche Ehen, die von einem südafrikanischen Standesbeamten geschlossen wurden, Gültigkeit besaßen. In Indien geschlossene hinduistische oder islamische Ehen wurden nicht mehr anerkannt. Indische Frauen verloren dadurch ihren Status. Sie galten nur noch als Geliebte. Dadurch entstanden Probleme bei der Einreise und den Aufenthaltsgenehmigungen, da die Frauen nur als Ehefrauen geduldet wurden. Außerdem verloren sie dadurch in ihren Augen ihre Ehre. Die Kinder solcher Ehen verloren ebenfalls ihren Status. Das hatte zur Folge, dass sie als illegitimer Nachwuchs betrachtet wurden und z.B. nicht mehr erben konnten (siehe auch Seite Geschichte Südafrikas).

Gandhi, Indira (1917-1984) - Tochter und enge Mitarbeiterin Nehrus. Sie engagierte sich als Politikerin und war 1964-66 Informationsministerin, 1966-77 und von 1980 bis zu ihrem Tod Premierministerin von Indien (siehe auch Seite Geschichte Indiens).

General Jan Christian Smuts - Berater des Präsidenten der Burenrepublik Transvaal, Paul Krüger. Im Burenkrieg war er der Oberbefehlshaber der Kap-Buren. Später war er mehrmals Präsident der Südafrikanischen Union (siehe auch Seite Geschichte Südafrikas).

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Gokhale, Krishna Gopal - Mitglied des 1885 gegründeten Indischen Nationalkongresses. Er war einer der wichtigsten politischen Führer Indiens im Freiheitskampf und ein Freund Gandhis (siehe auch Seite Leben Gandhis).

Gujarati - Sprache bzw. Dialekt, der im Fürstentum Gujarat, in dem Gandhi geboren wurde und aufwuchs, gesprochen wird.

Hagana – (hebräisch, "Schutz"), 1920 gegründete zionistische militärische Untergrundorganisation in Palästina, die Juden vor arabischen Überfällen schützen sollte. Die Hagana unterstand der Histadrut, arbeitete aber auch mit palästinensischen Juden zusammen, die nicht dieser Arbeitnehmerorganisation angehörten, und wurde so zum Vorläufer der israelischen Armee. Von den britischen Mandatsbehörden wurde die Hagana teils geduldet, teils verfolgt.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Harijan - siehe Paria

Herzl, Theodor - österreichischer Schriftsteller und Zionist, 1860 in Budapest geboren, 1904 in Edlach, Niederösterreich gestorben (sein Leichnam wurde 1949 nach Jerusalem überführt); Pariser Korrespondent der Wiener "Neuen Freien Presse" 1891–1896. Unter dem Eindruck des Dreyfus-Prozesses trat er für die Gründung eines jüdischen Staates ein und gab den Anstoß zur Gründung des politischen Zionismus. 1897 berief er den 1. Zionistenkongress nach Basel ein.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Hinduismus - Religion, der über 650 Millionen Menschen v.a. in Indien angehören. Der Hinduismus hat sich bereits in der Zeit von ca. 100 v.Chr.-1000 n.Chr. aus einer Vielzahl von Sekten der spätvedischen Religionen herausgebildet. Es gibt keine dogmatische Lehre. Noch heute gliedert sich der Hinduismus in viele Sekten. Allen sind jedoch einige Grundzüge gemein. Alle Hindus glauben an die Wiedergeburt des Menschen. Grundsätzlich kann nach dieser Vorstellung jeder Mensch als jedes andere Lebewesen wiedergeboren werden. Ziel ist es, durch ein gutes Leben dem Kreis der ständigen Wiedergeburt zu entrinnen. Da Hindus daran glauben, dass sie in jedem Lebewesen wiedergeboren werden können, behandeln sie alle Lebewesen mit Achtung - dem Prinzip des Ahimsa. Daher sind auch alle strenggläubigen Hindus Vegetarier. Ebenso entspringt das Kastensystem aus dem Hinduismus. Die Kaste ist durch Geburt bestimmt und kann zu Lebzeiten nicht verändert werden.

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Indigo/Indigoblau - Indigo ist einer der ältesten und früher sehr wichtigen Farbstoffe. Er wird aus dem Indigostrauch gewonnen.

INC (Indischer Nationalkongress) - Der INC wurde 1885 als Vertretung der indischen Bevölkerung in dem britisch besetzten Land gegründet. Nach 1920 wandelte sich der INC unter Gandhis Führung in eine Massenpartei, die seit der Unabhängigkeit Indiens in fast allen Regierungen vertreten war (siehe auch Seite Geschichte Indiens).

Kastensystem - Das Kastensystem entstammt der Religion des Hinduismus und trennt die Bevölkerung in vier Klassen: Brahmanen/Priester, Kshatrigas/Krieger, Vaishiy/Bauern und Shudras/Knechte. Je nach Bundesstaat unterschiedlich werden diese Klassen in über 1000 Kasten unterteilt. Ohne Kastenzugehörigkeit sind die Paria oder Harijan/Unberührbaren (Gegensatz zu den Arian - den Edlen), die durch diese Ordnung ausgegrenzt werden. Niedere Kasten und Kastenlose werden noch immer nicht voll von der Gesellschaft akzeptiert und leben zumeist in großer Armut.

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Kibbuz – (Mehrzahl Kibbuzim; hebräisch, "Sammlung") Gemeinschaftssiedlung in Israel; Genossenschaft auf freiwilliger Basis mit gemeinsamem Eigentum, gemeinsamer Produktion und Arbeit sowie gemeinsamen Einrichtungen des Konsums und der Lebensführung; ohne Privatbesitz und privatwirtschaftliche Tätigkeit. Der Kibbuz sorgt für Wohnung, Nahrung, Kleidung, Kinderbetreuung und alle anderen Dienstleistungen sowie private Bedürfnisse. Ein wesentlicher Unterschied zu Kollektivformen in kommunistischen Ländern ist die absolute Freiwilligkeit von Ein- und Austritt. Erster Kibbuz war Deganya (1909). Heute gibt es rund 250 Kibbuzim mit über 110.000 Einwohnern. Die Kibbuzim arbeiten meist landwirtschaftlich in wirtschaftlichen (schwierige Böden) und politischen Grenzsituationen (Wehrdörfer). Viele betätigen sich auch industriell oder im Fremdenverkehr.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Kontraktarbeiter - Viele Inder waren als billige Arbeitskräfte nach Südafrika gekommen. Sie litten unter der Diskriminierung durch Buren oder Briten. Während die Kaufleute aufgrund ihres Reichtums jedoch noch ein relativ angenehmes Leben führen konnten, lebten die Kontraktarbeiter unter unzumutbaren Bedingungen. Sie erhielten nur mit einem Arbeitsvertrag eine Aufenthaltserlaubnis. Die Kontrakte waren auf wenige Jahre begrenzt, in denen der Arbeiter so gut wir keine Rechte hatte. Wollten sie kündigen, mussten sie eine Kopfsteuer von drei Pfund zahlen, eine Summe, die keiner von ihnen aufbringen konnte, da ihr Lohn um ein vielfaches geringer war. Sie arbeiteten meist in Gruben und lebten in Ghettos, die so verdreckt waren, dass dort die Pest ausbrach. Sie waren nur unwesentlich besser gestellt als Sklaven.

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Kissinger, Henry - US-amerikanischer Politiker deutscher Herkunft, 1923 in Fürth geboren, seit 1938 in den USA; Professor der Politikwissenschaft in Harvard. Kissinger beriet mehrere US-Regierungen in Fragen der Strategie und Abrüstung; 1969–1975 war er Sicherheitsberater von Präsident Nixon, 1973–1977 Außenminister; er führte u.a. Verhandlungen über die Annäherung an China, die Beendigung des Vietnamkriegs und des Nahostkriegs. 1973 erhielt er zusammen mit Le Duc Tho den Friedensnobelpreis.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Likud-Block - 1973 gegründete israelische Parteiengruppe, bestehend hauptsächlich aus der Gachal und drei kleineren Rechtsparteien. Der Likud-Block hat eine gemeinsame Kandidatenliste, ein gemeinsames Programm und bildet in der Knesset eine Fraktion.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Mahatma"große Seele"; der Beiname wurde Gandhi vom indischen Volk als Ehrenname gegeben.

Massaker von Amritsar - Amritsar ist einer Stadt im Staat Punjab nahe der pakistanischen Grenze. 1919 versammelten sich Tausende von Indern auf einem Platz in Amritsar zu einer friedlichen Demonstration. Die britische Armee besetzte alle Zugänge zu diesem Platz und schoss wahllos in die Menge. Es gab zahlreiche Tote und Verletzte. Der befehlshabende General gab in einer Untersuchung an, sein Ziel sei es gewesen, alle Inder zu töten. Er wurde nicht bestraft, sondern schied auf Anraten der Untersuchungskommission lediglich aus dem Dienst. Das Massaker löste Empörung in ganz Indien aus.

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Montford-Reformen - Diese Reformen sollten den Indern 1918 in den Provinzen eine Teilverantwortung an der Regierung zugestehen. Da sich die Durchführung der Reformen verzögerte, kam es zu Unruhen (siehe auch Seite Geschichte Indiens).

Nasser, Gamal Abd el - ägyptischer Offizier und Politiker, 1918 in Beni Mor, Asyut, geboren, 1970 in Kairo gestorben; Mitorganisator des nationalistischen Geheimbundes Freie Offiziere. Nach dem Staatsstreich des Komitees der Freien Offiziere von 1952 gegen Faruk wurde er Mitglied des Revolutionsrats, im Juni 1953 Stellvertretender Ministerpräsident. Im November 1954 stürzte er General A. M. Nagib und übernahm das Amt des Staatspräsidenten; er verstaatlichte 1956 den Suezkanal und löste damit die Suezkrise aus. Als anerkannter Führer des Panarabismus war er eine der hervorragenden Persönlichkeiten der Dritten Welt. Nach der Niederlage im Sechstagekrieg im Juni 1967 übernahm er auch die Ämter des Ministerpräsidenten und des Generalsekretärs der Staatspartei Arabische Sozialistische Union (ASU).
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Natal - Provinz im Osten Südafrikas, die bis 1910 britische Kronkolonie war. Durban liegt in Natal.

Nehru, Jawaharlal (1889-1964) - enger Freund, Schüler und Mitkämpfer Gandhis. Er war 1929-1936 Präsident des INC und 1947-1964 der erste Premierminister Indiens (siehe auch Seite Geschichte Indiens).

Oranje-Freistaat - Südafrikanische Provinz, wurde 1854 als "Zweite Freie Burenrepublik" gegründet.

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Paria - Paria sind Kastenlose oder Unberührbare. Sie bilden die unterste Schicht der indischen Gesellschaft. Viele Bereiche des öffentlichen Lebens wurden und werden ihnen vorenthalten. So durften sie z.B. aus Dorfbrunnen kein Wasser schöpfen, weil die restlichen Bewohner Angst hatten, dadurch verunreinigt zu werden. Gandhi setzte sich für die Kastenlosen, die er Gotteskinder nannte, ein.

Peres, Shimon - israelischer Politiker (Arbeiterpartei), 1923 in Woloschin, Weißrussland, geboren; seit 1934 in Palästina, 1969–1974 in verschiedenen Ministerämtern, 1974–1977 Verteidigungsminister, 1977–1992 und 1995 Vorsitzender der Arbeiterpartei, 1984–1986 und 1995/96 Ministerpräsident, 1986–1988 und 1992–1995 Außenminister, 1988–1990 Finanzminister; erhielt 1994 gemeinsam mit J. Arafat und I. Rabin den Friedensnobelpreis.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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PLO - Abkürzung für englisch Palestine Liberation Organization, "Organisation zur Befreiung Palästinas", eine 1964 gegründete Organisation, die die Errichtung eines unabhängigen arabischen Staates auf dem Boden des ehemaligen britischen Mandatsgebietes Palästina anstrebt und sich als legitime Interessenvertreterin der Palästinenser versteht. Das Programm der PLO, der "Palästinensische Nationalvertrag" von 1968, bezeichnete die Balfour-Deklaration und das Palästina-Mandat als "null und nichtig", die Teilung Palästinas 1947 und die Schaffung des Staates Israel als "völlig illegal" und den bewaffneten Kampf als "einzigen Weg zur Befreiung Palästinas". Daraus ergab sich als Ziel der PLO die Beseitigung Israels.
Die PLO ist ein loser Dachverband zahlreicher Gruppen von unterschiedlicher Orientierung. Die stärkste Gruppe, Al Fatah, beschränkt sich auf das Ziel der nationalen Unabhängigkeit, während andere Gruppen, z.B. die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und die Demokratische Volksfront zur Befreiung Palästinas (PDFLP), zugleich sozialrevolutionäre Ziele proklamieren. Die zentrale Führung kann gegenüber den Gruppen nur eine begrenzte Autorität ausüben. Die aktiven Einzelmitglieder, die hauptsächlich aus Flüchtlingslagern rekrutiert werden, bezeichnen sich als Fedayin ("Opferbereite"). Unter dem Vorsitz von A. Schukeiry (1964–1969) und Y. Hammouda (1967–1969) war die PLO praktisch ein Werkzeug der ägyptischen Politik. 1969 übernahm J. Arafat, Führer der Al Fatah, den Vorsitz des Exekutivkomitees. Seither hat die PLO eine gewisse Selbständigkeit gegenüber den arabischen Staaten gewonnen. Diese erkannten sie 1974 auf einer Konferenz in Rabat als alleinige Vertreterin der Palästinenser an. Finanziell wurde und wird die PLO von mehreren arabischen Staaten unterstützt.
Es gelang der PLO nicht, die beabsichtigte "bewaffnete Volksrevolution" in den 1967 von Israel besetzten Gebieten zu entfesseln. Sie vermochte auch keine nennenswerten militärischen Aktionen gegen Israel durchzuführen. Ihre Aktivität beschränkte sich auf Terroranschläge, häufig gegen Zivilpersonen, und auf Aktionen im Ausland gegen Unbeteiligte (Flugzeugentführungen, Geiselnahmen). Derartige Unternehmen wurden später von der Führung offiziell abgelehnt. 1974 erhielt die PLO Beobachterstatus bei den UN.
Das wichtigste Operationsgebiet der PLO war zunächst Jordanien. 1970/71 kam es dort zu einem Konflikt zwischen ihr und der Regierung, der zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen führte und mit der Vertreibung der PLO-Kampfverbände aus dem Land endete. Daraufhin verlegte die PLO ihr Tätigkeitsfeld nach Libanon. Sie schuf sich im Süden des Landes eine von der libanesischen Regierung unabhängige Operationsbasis, von der aus sie Aktionen gegen den Norden Israels unternahm. Im libanesischen Bürgerkrieg 1975/76 ergriff sie Partei gegen die christlichen Milizen, wobei sie schwere Verluste erlitt. 1982 erzwang Israel durch einen militärischen Vorstoß bis Beirut den Abzug größerer PLO-Verbände. Die PLO-Zentrale wurde nach Tunis verlegt. In der palästinensischen Aufstandsbewegung (Intifada), die 1987 in den besetzten Gebieten ausbrach, spielte die PLO keine leitende Rolle. Teile ihrer Führung rückten allmählich von Maximalforderungen ab. 1988 proklamierte die PLO einen in seinen Grenzen nicht definierten Staat Palästina, zu dessen Präsident Arafat gewählt wurde; zugleich erkannte sie indirekt das Existenzrecht Israels an. Nach Geheimverhandlungen schlossen die PLO und Israel 1993 als ersten Schritt zu einer umfassenden Friedensregelung ein Abkommen über den Abzug der israelischen Truppen aus Jericho und dem Gazastreifen und eine palästinensische Teilautonomie in diesen Gebieten. Die PLO-Führung verpflichtete sich, aus ihrem Programm alle gegen Israel gerichteten Artikel zu streichen. Palästinensergruppen bekämpften die Verständigungspolitik. Ab 1994 wurde eine begrenzte palästinensische Selbstverwaltung bei gleichzeitigem Abzug der israelischen Truppen eingeführt, zunächst in Gaza und Jericho, dann in weiteren Städten. 1996 fanden Wahlen zum palästinensischen Autonomierat statt, die Arafats Richtung stärkten; er selbst wurde zum Präsidenten des Rates gewählt.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Registrierungsgesetz - 1907 wurde ein Registrierungsgesetz in Südafrika eingeführt. Es besagte, dass jeder Inder sich mit seinen Fingerabdrücken unter einem Personenkennzeichen registrieren lassen sollte. Daraufhin sollte er einen Meldeschein bekommen, den er immer bei sich tragen sollte. Im Falle einer Zuwiderhandlung drohte die Abschiebung nach Indien (siehe auch Seite Geschichte Indiens).

Rowlett-Akte oder Rowlett bill - Nach ihrem Erfinder Richter Rowlett benanntes Gesetz; es verhängte über Teile Indiens eine Notverordnung, nach der z.B. jemand, der einer politischen Straftat verdächtigt wurde, ohne Prozess abgeurteilt werden konnte. Faire Gerichtsverhandlungen und Rechtsstaatlichkeit waren dadurch nicht mehr gegeben.

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Ruskin, John (1819-1900) - britischer Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph. Sein Buch "Unto this Last" beeindruckte Gandhi zutiefst und prägte seine Vorstellungen von der anzustrebenden Gesellschaftsordnung, die besonders in seinen Farmen und dem Ashram gelebt wurde. Aber auch Aktionen wie die Spinnradkampagne entspringen diesen Vorstellungen.

Sadat, Anwar es (1918-1981) - ägyptischer Politiker, Offizier, Mitgründer (neben G.A. Nasser und A. Amer) des Geheimbunds der Freien Offiziere; seit dem Staatsstreich 1952 in hohen Ämtern. Als Nachfolger Nassers wurde er 1970 Staatspräsident. Sadat lockerte das diktatorische Regime, führte Ägypten in den Oktoberkrieg 1973, löste das Land aus der engen Bindung an die Sowjetunion und schloss 1979 Frieden mit Israel. 1978 erhielt er zusammen mit M. Begin den Friedensnobelpreis. Sadat fiel einem Attentat zum Opfer, das Gegner seiner Politik der Aussöhnung mit Israel verübten.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Satyagraha - Das Wort Satyagraha ist eine Wortschöpfung Gandhis. Er war der Meinung, dass der gujaratische (Sprache aus Gandhis Heimatfürstentum Gujarat) Ausdruck für passiven Widerstand seine Kampfmethode nicht richtig wiedergab, da passiver Widerstand eine Waffe der Schwachen sei und mit Gewalt assoziert sei. Daher schrieb er in seiner Zeitung, der Indian Opinion, einen Wettbewerb aus, um seiner Bewegung einen eigenen Namen zu geben. So wurde der Begriff, der sich aus den Worten Sat (Wahrheit) und Agraha (Stärke) zusammensetzt, erfunden. Unter Satyagraha verstand Gandhi die Kraft, die aus der Suche nach Wahrheit, Liebe und Gewaltfreiheit geboren wird. Fortan wurde unter Satyagraha die Bewegung Gandhis verstanden, die gewaltlos für ihre Rechte kämpfte. Gandhi entwickelte und erprobte diese Form des Widerstandes in Südafrika und verwendete sie auch in Indien. Die wohl bekannteste Satyagraha-Kampagne war der Salzmarsch von 1930 (siehe auch Seiten Zitate Gandhis, Satyagraha und Salzmarsch).

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Schamir, Izhak - israelischer Politiker (Cherut), 1914 in Ruzinoy (Polen) geboren; Jurist; seit 1935 in Palästina; seit 1937 Mitglied jüdischer Untergrundorganisationen (Irgun Zvai Leumi, dann Lechi); später im israelischen Geheimdienst tätig; 1977–1980 Präsident der Knesset; 1980–1983 Außenminister; 1983/84 Ministerpräsident einer Rechtskoalition; 1984–1986 Außenminister und stellvertretender Ministerpräsident, 1986–1992 wieder Ministerpräsident.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

Scharon, Ariel - israelischer Offizier und Politiker (Likud), 1928 bei Tel Aviv geboren; überquerte im Oktoberkrieg 1973 mit seiner Truppe den Suezkanal; 1977–1981 Landwirtschaftsminister, 1981–1983 Verteidigungsminister, 1984–1990 Minister für Handel und Industrie, 1990–1992 für Bauwesen; seit 1996 Minister für Infrastruktur und Wohnungsbau.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Sikh - Anhänger einer indischen Religionsgemeinschaft, deren Religion eine Synthese aus Hinduismus und Islam darstellt. Unter dem Anführer Gobid Singh (gestorben 1708) wurden die Sikh zu einer militanten Gemeinschaft, die im 18 Jahrhundert schweren Verfolgungen mit kriegerischen Verwicklungen ausgesetzt war. Der Gliedstaat Punjab wurde 1966 eigens für die Sikh geschaffen. In den Jahren 1983/84 forderten die Sikh die Autonomie für ihren Teilstaat. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen. 1984 wurde Indira Gandhi von einem Sikh getötet, was zahlreiche Racheakte nach sich zog.

Sultanat - Herrschaftsgebiet eines Sultans (arab. = Herrschaft, Macht). Sultan ist ein Herrschertitel, der ab dem 11. Jahrhundert in islamischen Ländern benutzt wird.

Tolstoi, Lew Nikolajewitsch (1828-1910) - berühmter russischer Schriftsteller adliger Abstammung. Er war urchristlich, gesellschaftskritisch und trat für Gewaltlosigkeit ein. Tolstoj trennte sich im Alter von Besitz und Familie, um sein Leben in Askese zu beenden. Seine bekanntesten Werke sind "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina". Gandhi war sehr beeindruckt von ihm, benannte seine "Tolstoi-Farm" nach ihm und stand zeitweise mit ihm in Briefkontakt. Das Werk Tolstois, das ihn am meisten beeinflusste war "Das Reich Gottes in Dir".

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Transvaal - 1884 durch den Zusammenschluss mehrerer kleiner Burenstaaten als selbständige Burenrepublik gegründet; reich an Bodenschätzen wie Diamanten, Gold, Platin und Uran; Hauptstadt war Pretoria.

Weizman, Ezer - Neffe von C. Weizmann, israelischer Offizier und Politiker (bis 1980 Cherut, später Arbeiterpartei), 1924 in Tel Aviv geboren; 1958–1966 Chef der Luftwaffe, 1966–1969 stellvertretender Generalstabschef; 1969/70 Verkehrsminister, 1977–1980 Verteidigungsminister, trug wesentlich zum Abschluss des israelisch-ägyptischen Friedensschlusses 1979 bei; 1988–1990 Minister für Wissenschaft; seit 1993 Staatspräsident.
[entnommen aus: Bertelsmann Discovery Lexikon 1997]

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Zionismus - eine national-jüdische Bewegung auf internationaler Grundlage, die die Lösung der sogenannten Judenfrage durch die Gründung bzw. Wiedererrichtung eines jüdischen Staats in Palästina anstrebte. Der Zionismus fußt auf drei Grundannahmen: 1. Die Juden sind ein Volk, nicht nur eine Religionsgemeinschaft; die Judenfrage ist daher eine nationale Frage. 2. Der Antisemitismus und daraus folgende lebensbedrohende Judenverfolgungen sind eine ständig und überall vorhandene Gefahr für die Juden. 3. Palästina (das "Land Israel") war und ist die Heimat des jüdischen Volkes.
Den Gedanken einer eigenen jüdischen Staatsbildung und der Auswanderung nach Palästina vertraten u.a. Moses Heß ("Rom und Jerusalem" 1862) und Leo Pinsker ("Autoemanzipation" 1882). Seit den 1880er Jahren kam es zu ersten größeren Auswanderungsbewegungen. Den organisierten politischen Zionismus begründete ohne Kenntnis der Vorläufer Theodor Herzl mit seiner Programmschrift "Der Judenstaat" (1896) und mit dem von ihm einberufenen ersten Zionistenkongreß 1897. Als Ziel proklamierte die dort gegründete Zionistische Organisation die Schaffung einer "öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte" für das jüdische Volk in Palästina.
Herzl versuchte erfolglos, den türkischen Sultan sowie europäische Herrscher und Politiker für die Pläne des Zionismus zu gewinnen. Vor Beginn einer Ansiedlung sollten politische Garantien für die jüdischen Heimstätte und die Rechte der jüdischen Volksgruppe erlangt werden. Diesem "politisch-diplomatischen Zionismus" trat schon bald ein "praktischer Zionismus" gegenüber, der die sofortige Errichtung von Siedlungen in Palästina betrieb und damit auch erste Erfolge erzielte (z.B. 1909 die Gründung von Tel Aviv als jüdische Stadt). Der wichtigste Repräsentant dieses "praktischen Zionismus" wurde Chaim Weizmann. Er erreichte im 1. Weltkrieg von Großbritannien die Balfour-Deklaration. Mit ihr verpflichtete sich die britische Regierung, die Ziele des Zionismus in Palästina zu unterstützen. Die Deklaration war zwar von zweifelhaftem Wert, da Großbritannien zugleich den Arabern das Land versprochen hatte, doch wurde sie Bestandteil des 1922 an Großbritannien übertragenen Völkerbundmandats über Palästina, das die Errichtung einer "jüdischen nationalen Heimstätte" einschloß und somit die Grundlage für die weitere zionistische Siedlungstätigkeit bildete.
Im Zionismus bildeten sich früh unterschiedliche Parteien heraus. Der "Pionierzionismus" der großenteils aus Osteuropa stammenden Siedler war sozialistisch geprägt; einer seiner führenden Repräsentanten war David Ben-Gurion. Daneben gab es eine bürgerlich-liberale und eine religiöse Richtung. In den 1920er Jahren begründete Vladimir Jabotinsky den zionistischen Revisionismus, der die von Weizmann vertretene Politik der Mäßigung und der Zusammenarbeit mit Großbritannien ablehnte, den Begriff "Heimstätte" verwarf und offen die sofortige Staatsgründung anstrebte. Aus diesen Gruppierungen, zwischen denen es zahlreiche Nuancen und Überschneidungen gab (z. B. hinsichtlich der Stellung zu den Arabern), sind die heutigen israelischen Parteien hervorgegangen.
Mit der Gründung des Staates Israel 1948 war das Ziel des Zionismus erreicht, wenn auch die Existenz des jüdischen Staates noch lange bedroht blieb. Die Zionistische Organisation besteht weiter. Sie sieht ihre Hauptaufgabe darin, die Verbindung zwischen den Juden in aller Welt und in Israel aufrechtzuerhalten und zu fördern.

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Zuluaufstand - 1906 gab es in Natal einen Aufstand der Zulus, der zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Briten führte. Die Inder wurden als Sanitäter auf britischer Seite eingesetzt.

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