Schritt 3
Nach oben Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 4

 


 


Das Web 2.0 ist
zentral für alle,
die mit Lehren
und Lernen zu tun
haben. Das neue
Lehrer-Paket von
Agora vermittelt
die wichtigsten
Kompetenzen
...mehr
 

Europäische Union

Grundkurs 2: Was ist die EU?

Schritt 3: Die EU als Mehrebenensystem

Das nachfolgende Schaubild zeigt das neue Modell, das die EU als Mehrebenensystem konzeptualisiert. Das sieht auf den ersten Blick alles andere als spektakulär aus und scheint auch keine neue Einsichten zu vermitteln. Dass es da eine Organisation namens EU gibt, dass Nationalstaaten existieren und in einigen dieser Nationalstaaten staatliche Macht zwischen nationaler und regionaler Ebene - wie in Deutschland zwischen Bund und Bundesländern - geteilt wird, das haben Sie sicherlich auch schon vorher gewusst. Bei näherem Hinsehen allerdings lassen sich im Vergleich mit dem alten, in Schaubild 2 wiedergegebenen Modell grundlegende Unterschiede erkennen.

Schaubild 5: Die EU als Mehrebenensystem




Zunächst einmal werden EU, Mitgliedstaaten und ihre regionalen Einheiten nicht mehr als getrennte Einheiten, sondern als Gesamtsystem betrachtet. Das hat, wie wir Ihnen am Beispiel des irischen Referendums zum Lissaboner Vertrag erläutern möchten, weitreichende Konsequenzen. Das Ergebnis dieser Volksabstimmung wurde in zahlreichen Beiträgen als "Sieg der Demokratie" bewertet; eine durchaus überzeugende Bewertung - wenn man unser altes Modell von Schaubild 2 zugrundelegt. Doch lassen Sie uns nun diesen Vorgang einmal durch die Brille unseres Verständnisses der EU als Mehrebenensystem betrachten.

Schaubild 6: Das irische Referendum zum Lissaboner Vertrag aus der Sicht der EU als Mehrebenensystem




Wie Sie sehen können, ergibt sich damit ein ganz anderes Bild. Angesichts der hier klar erkennbaren Interdependenzen innerhalb des Gesamtsystems werden die weitreichenden Konsequenzen des irischen "Nein" besonders deutlich. Es verhindert die Anpassung des institutionellen Rahmens der EU an die Realität von mittlerweile 27 Mitgliedstaaten, verzögert und behindert deswegen auch den aus vielerlei Gründen dringend gebotenen Beitritt der Länder des westlichen Balkans, und es "überstimmt" - da bei Vertragsveränderungen die Zustimmung aller erforderlich ist - die mittlerweile 23 Mitgliedstaaten, die dem Vertrag bereits entsprechend ihren nationalen Verfahren zugestimmt haben und dessen Umsetzung wünschen. Ist das ein "Sieg der Demokratie"?

Bei diesem Beispiel geht es aber überhaupt nicht darum zu beurteilen, ob die irische Entscheidung richtig oder falsch war. Wir haben es vielmehr deswegen angeführt, um deutlich zu machen, dass die neue Mehrebenen-Realität, die immer wieder mit expliziter Zustimmung aller Mitgliedstaaten zustandegekommen ist, uns zwingt, unsere alten Modelle beiseitezulegen und eine ganze Reihe von Dingen, wie Demokratie, Bürgerbeteiligung, aber auch die Art, wie wir Politik unterrichten, sorgfältig zu überdenken.

Dass und wie das Modell des Mehrebenensystems dazu beitragen kann, möchten wir Ihnen im nächsten Abschnitt an einigen weiteren Beispielen zeigen.

 



... weiter zu Schritt 4: Der Nutzen des Mehrebenensystem-Modells ...

[Autor: Prof. Dr. Wolfgang Schumann]

[Seitenanfang]
 

Themen:  Menschenrechte  I  Vorbilder  I  Demokratie  I  Parteien  I  Europa  I  Globalisierung  I  Vereinte Nationen  I  Nachhaltigkeit

Methoden:    Politikdidaktik    II    Friedenspädagogik    II    Methoden

     


Dieses Onlineangebot zur politischen Bildung wurde von agora-wissen entwickelt, der Stuttgarter Gesellschaft für Wissensvermittlung über neue Medien und politische Bildung (GbR). Bei Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an uns. Trägerorganisation des Bildungsprogramms D@dalos ist der Verein Pharos Stuttgart/Sarajevo.