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die wichtigsten
Kompetenzen
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Grundkurs 3: Wie hat sich die EU entwickelt?
Bilanz:
Ertrag der Analyse der EU-Entwicklung
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Prognosen möglich? |
Auf
dieser Seite bilanzieren wir die
Erkenntnisse aus dem
Überblick über den
Integrationsprozess. Unser Anspruch war,
dass der frageorientierte
historische Überblick uns das Instrumentarium an
die Hand gegeben hat, um die EU zu jedem
beliebigen Zeitpunkt fundiert untersuchen und in
einem gewissen Umfang auch vorsichtige Prognosen
zu ihrer weiteren Entwicklung abgeben zu können. |
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Determinanten der EU-Entwicklung
Raster zur Erklärung der EU-Entwicklung |
Beim Durchgang durch die EU-Entwicklung sind wir
auf wichtige Einflussfaktoren gestoßen, die
dafür verantwortlich sind, ob die Integration
dynamisch voranschreitet oder die EU-Entwicklung
stagniert. Stichwortartig zusammengefasst
handelt es sich um:
 |
funktionale
Zwänge |
 |
externe
Herausforderungen |
 |
nationale
Interessen |
 |
5
Konfliktlinien |
 |
Ausmaß an
Heterogenität |
 |
Aktivitäten
supranationaler Organe |
 |
Entscheidungsregeln |
 |
Zunahme des
acquis communautaire |
 |
Handlungsspielräume der Regierungen
|
Unsere These ist,
dass die Veränderung dieser Determinanten und
ihres relativen Gewichts im Zeitverlauf zu
Fortschritten bzw. Krisen in der EU-Entwicklung
führen. Die Ausprägung der Determinanten
bestimmen die Merkmale der EU zu einem
bestimmten Zeitpunkt.
Wenn Sie
beispielsweise den Faktor Entscheidungsregeln
dahingehend verändern würden, dass Sie
durchgängig Entscheidungen mit qualifizierter
Mehrheit einführten, würde sich dadurch die EU
in Richtung mehr Supranationalität verändern,
sich eher an den Zustand annähern, wie er uns
von Nationalstaaten her bekannt ist. |
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Anwendung des Rasters
1) EEA / Binnenmarkt |
Lassen
Sie uns jetzt den
Erklärungswert dieses
Modells testen, indem
wir zwei
unterschiedliche Phasen
in der EU-Entwicklung
einander
gegenüberstellen, und
zwar die Zeit vor der
EEA – eine
Zeit des Aufbruchs und
der Dynamik nach langer
Stagnation – und die
Situation seit dem
Scheitern der Verfassung, in der es scheinbar nicht
mehr weiterzugehen
scheint. Lässt sich das
aus der
(unterschiedlichen)
Konstellation der
Determinanten erklären?
Sehen wir uns
dazu zunächst
einmal die
Situation vor
EEA und
Binnenmarkt an.
Hier ist ganz
offensichtlich,
dass im Hinblick
auf unsere
Bestimmungsfaktoren
eine
ausgezeichnete
Situation
vorhanden war
(+). Nur der aus
dem Luxemburger
Kompromiss
hervorgegangene
Entscheidungsmodus
der
Einstimmigkeit
erwies sich als
negativer,
deutlich
erschwerender
Faktor (-).
|
Determinanten |
Ausprägung der
Determinanten |
+/- |
|
funktionale
Zwänge |
außerordentlich hoch; Gefahr, technologisch den Anschluss zu
verlieren |
+ |
|
externe
Herausforderungen |
|
nationale
Interessen |
relativ
kompatibel, v.a. in ökonomischen Fragen |
+ |
|
5
Konfliktlinien |
gering
ausgeprägt, Kompatibilität der Vorstellungen der Regierungen in
den großen Mitgliedstaaten |
+ |
|
Ausmaß an
Heterogenität |
|
supranationale Organe |
Delors-Kommission und Europäisches Parlament sehr aktiv und
dynamisch |
+ |
|
Entscheidungsregeln |
Einstimmigkeit nach Luxemburger Kompromiss |
- |
|
Zunahme des
acquis |
Einbeziehung
vieler neuer Politikfelder und Zunahme an Supranationalität durch
EuGH-Entscheidungen |
+ |
|
Handlungsspielräume |
relativ groß,
v.a. keine Beschränkungen durch die Haltung der Bevölkerungen |
+ |
|
|
2) Situation nach dem Scheitern der Verfassung |
Fast umgekehrt
in Bezug auf die hemmenden (-) und begünstigenden (+)
Einflussfaktoren zeigt sich die Situation nach dem Scheitern der
Verfassung. Nur die
nach wie vor außerordentlich ausgeprägten funktionalen Zwänge
und äußeren Herausforderungen üben einen großen
Druck in Richtung Anpassung der Institutionen und Spielregeln
aus.
|
Determinanten |
Ausprägung der
Determinanten |
+/- |
|
funktionale
Zwänge |
nach wie vor
außerordentlich hoch |
+ |
|
externe
Herausforderungen |
|
nationale
Interessen |
inkompatibel,
v.a. in institutionellen Fragen |
- |
|
5
Konfliktlinien |
sehr hohes
Maß an Heterogenität (27 statt 10 Mitgliedstaaten!);
Konfliktlinien so stark wie nie zuvor ausgeprägt |
- |
|
Ausmaß an
Heterogenität |
|
supranationale Organe |
angesichts
des Sachbereichs (institutionelle Fragen) geringerer Einfluss |
- |
|
Entscheidungsregeln |
Einstimmigkeit für die notwendigen institutionellen Änderungen |
- |
|
Zunahme des
acquis |
Zunahme des
acquis macht Einbeziehung neuer Mitgliedstaaten ungleich
schwieriger |
- |
|
Handlungsspielräume |
sehr gering;
Skepsis bis hin zu Ablehnung durch die Bevölkerungen |
- |
|
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Analyse künftiger Entwicklungen |
Damit sind wir
am Ende des Durchgangs durch die EU-Geschichte und der Versuche zur
Erklärung der Integrationsentwicklung angekommen. Die beispielhafte
Anwendung des Rasters verbindet sich mit der
Hoffnung, dass Sie damit ein
Instrumentarium an der Hand haben, das Ihnen nicht nur hilft,
Ereignisse in der Vergangenheit zu erklären und zu verstehen, sondern
ebenso aktuelle und zukünftige Entwicklungen besser verstehen
zu können.
Nun gilt es, im nächsten Grundkurs
(4) das komplexe Institutionengefüge zu analysieren, das sich als
Ergebnis der eben untersuchten Prozesse im Laufe der Zeit
herausgebildet hat.
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[Autoren: Dr. Ragnar Müller / Prof. Dr. Wolfgang Schumann]
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