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Grundkurs 3: Wie hat sich die
EU entwickelt?
Gliederung des Grundkurses
Etappe
1: Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur EGKS
Etappe 2: Von der EGKS zur Gründung der EWG
Etappe
3: Von der EWG bis zur Einheitlichen Europäischen Akte (EEA)
Etappe
4: Von der EEA bis zur Gründung der Europäischen Union
Etappe 5: Vom
Maastrichter Vertrag bis zum Amsterdamer Vertrag
Etappe 6: Der Vertrag von Nizza
Etappe 7: Vom Konvent bis zur Verfassung
Etappe 8: Krise der EU nach dem
Scheitern der Verfassung
Etappe 9: Der Vertrag von Lissabon
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Bilanz: Ertrag der Analyse der
EU-Entwicklung
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langfristige Perspektive als Voraussetzung
für Verständnis der EU |
Der vorliegende
Grundkurs zur Entwicklung der EU ist der umfangreichste. Das liegt daran,
dass im
Mittelpunkt des gesamten Themenkomplexes das Anliegen steht, ein
grundlegendes, eigenständiges Verständnis der EU zu vermitteln.
Und die EU lässt sich nur verstehen, wenn man eine langfristige
Perspektive einnimmt. Wer nicht weiß, wie die Institutionen und ihr
Zusammenspiel entstanden sind und sich durch Krisen und Kompromisse
entwickelt haben, dem wird das Verständnis der EU verschlossen bleiben.
Dabei geht es nicht nur darum, die bisherige EU-Entwicklung zu verstehen.
Ein wichtiges Ziel dieses Abschnitts ist es, zukünftige Ereignisse
einordnen und bewerten zu können. Um ein eigenständiges Verständnis
gewinnen zu können, ist aber gerade bei der sich ständig verändernden EU
eine langfristige Perspektive eine zentrale Voraussetzung. Denn nur sie
lässt die wesentlichen Bestimmungsfaktoren erkennen, die Fortschritte
und Krisen in der Vergangenheit ebenso erklären helfen wie die der
Gegenwart und Zukunft. |
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Leitfragen für die Analyse
Dialektik von Fortschritt und Krise |
Eine Analyse
aber beginnt mit der
Identifizierung grundlegender Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem
Integrationsprozess stellen. Was sind derartige grundlegende Fragen in Bezug auf
die Entwicklung der EU? Zweifellos in besonderer Weise die Frage, wie es möglich war,
dass Nationalstaaten, die noch vor wenigen Jahrzehnten Krieg gegeneinander
geführt haben, nun auf praktisch allen Feldern aufs engste zusammenarbeiten und
sogar eine gemeinsame Währung eingeführt haben! Sie soll uns als Leitfrage
begleiten.
Uns interessiert natürlich auch, warum in manchen Phasen der EU-Geschichte
sehr wenig voranging, wohingegen die EU-Entwicklung in anderen Phasen
eine erstaunliche Dynamik entfaltete. So hat es beispielsweise nach den
Römischen Verträgen von 1957 drei Jahrzehnte gedauert, bis mit der
Einheitlichen Europäischen Akte 1987 die erste große Vertragsrevision
gelang. Danach aber ging es plötzlich schnell. In rascher Folge wurden
große Vertragsrevisionen vorgenommen (Informationen
zu den folgenden Verträgen auf dem EU-Server):
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1993 Vertrag von Maastricht |
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1999 Vertrag von Amsterdam |
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2001 Vertrag von Nizza |
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2004 Verfassungsvertrag (gescheitert) |
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2007 Vertrag von Lissabon |
Zu fragen wäre,
was jeweils die Ursachen bildeten für Stagnation oder Fortschritt. Warum
will seit dem Scheitern des Verfassungsvertrags bei Referenden in
Frankreich und den Niederlanden im Jahr 2005 nichts mehr so recht
gelingen in der EU? Warum steckt die Integration nach der dynamischen
Entwicklung der Jahre 1985-2005 nun in der Krise? Antworten auf
derartige Fragen zu finden, bildet neben der Vermittlung grundlegender
Fakten das Ziel dieses Abschnitts. |
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Anlage des Grundkurses |
Wie soll dieses Ziel erreicht werden?
Dadurch, dass wir uns
beim Durchgang durch mehr als 50 Jahre Integrationsgeschichte nicht allein auf
die Wiedergabe der Fakten und Ereignisse beschränken, sondern Sie immer
wieder auf wesentliche Fragen und mögliche
Antworten im Sinne von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen aufmerksam machen
werden.
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[Autoren: Dr. Ragnar Müller / Prof. Dr. Wolfgang Schumann]
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