Determinanten
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Europäische Union

Determinanten der Osterweiterung

Vertragsvorgabe der Einstimmigkeit

Auch bei der Osterweiterung sind bezüglich der Interessen und Positionen der Mitgliedstaaten wieder die Dimensionen von entscheidender Bedeutung, die das zu Beginn von Grundkurs 5 erläuterte Analyseraster beinhaltet. Die Vertragsvorgabe der Einstimmigkeit und der Zustimmung des Parlaments in der EU und – gleichsam als Pendant dazu bei den Beitrittsländern – die Notwendigkeit einer Zustimmung des Volks in Referenden. Die Folge waren Verhandlungen und Entscheidungsprozesse, die sich über ein Jahrzehnt hinweg erstreckten.
 

Sektorielle Interessen

Hinzu tritt des Weiteren die Betroffenheit spezifischer sektorieller Interessen, was im konkreten Fall heißt: die Betroffenheit der Mitgliedsländer, die bislang von Transferleistungen in der Agrar- und Strukturpolitik in besonderem Maße profitiert und sich deswegen lange gegen die Erweiterung gesträubt haben.
 

Nationale Interessen

Dann natürlich „nationale“ Interessen, das heißt die Fähigkeit der Mitgliedstaaten, Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen, die unter anderem in dem Streit über die Stimmengewichtung im Rahmen der neuen Verfassung Ihren Niederschlag fanden.
 

Entscheidungsfähigkeit EU-System

Schließlich das Unionssystem als solches, insbesondere seine institutionelle Struktur, seine Entscheidungsabläufe und Entscheidungsfähigkeit.
 

Spannungsfeld Erweiterung <> Vertiefung

Die Folge: Der Versuch, diese absehbaren negativen Folgen der Erweiterung über die Ausarbeitung einer entsprechenden Verfassung weitgehend zu verhindern. Womit wir schließlich beim letzten Punkt, dem Spannungsfeld zwischen Erweiterung und Vertiefung angekommen wären.

[Autor: Prof. Dr. Wolfgang Schumann]

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