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Parteien

Parteien in der Kritik (III)

Häufig wird kritisiert, die Parteien seien angesichts der Fülle an Macht, die sie ausüben, nicht ausreichend legitimiert. Die Bevölkerung wird in den Parteien nicht gleichmäßig repräsentiert, so gibt es beispielsweise Verzerrungen hinsichtlich des Frauenanteils bei den Parteimitgliedern. Mit diesem Problemkreis beschäftigt sich der folgende Text. Die wesentlichen Argumente, die für eine Legitimationskrise der Parteien sprechen, listet ein zweiter Text auf.
Ein Anzeichen für die Legitimationsprobleme von Parteien war das Aufkommen konkurrierender Organisationen zur politischen Partizipation in vielen Demokratien ab Anfang der 70er Jahre. Mit den Bürgerinitiativen und ihrem Verhältnis zu Parteien am Beispiel Deutschlands beschäftigt sich ein eigener Text [...zum Text über Bürgerinitiativen]

Mitgliedschaft

Die Parteiendemokratie beruht auf dem parteipolitischen Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Nun zeigt sich aber, dass die soziale Zusammensetzung der Parteimitglieder nicht der des Bevölkerungsquerschnitts entspricht. So sind bei allen Parteien (...) Frauen und Arbeiter unterproportional vertreten. Dieses Bild verzerrt sich noch weiter zuungunsten der genannten Gruppen, wenn nach formeller Mitgliedschaft und aktiver parteipolitischer Betätigung unterschieden wird. In der Zusammensetzung der Mitglieder überwiegt die gehobene Mittelschicht (...).

Das Problem der mangelnden Repräsentanz der sozialen Zusammensetzung der Bevölkerung sollte jedoch nicht dramatisiert werden. Abgesehen davon, dass die Volksparteien auf ihre Wähler Rücksicht nehmen müssen, werden die Auffassungen und Interessen einer Partei nicht unbedingt und gewiss nicht ausschließlich von der sozialen Stellung ihrer Mitglieder bestimmt.

[Uwe Backes/Eckhard Jesse, aus: Informationen zur politischen Bildung 207, Parteiendemokratie, Bonn BpB 1997]

[Seitenanfang]

Legitimationskrise

Eine (...) Kontroverse dreht sich um die Frage, ob die Bevölkerung die Parteien eigentlich als anerkannte Interessenvertreter betrachtet und die Parteiendemokratie im Bewusstsein der Bevölkerung tiefgehend verankert ("legitimiert") ist.

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Eine Gruppe von Kritikern (...) sieht die Gefahr eines ernsten Mangels an Legitimation der Parteien: Die Krisenhaftigkeit des kapitalistischen Staates wirkt sich auch auf das Parteiensystem aus, ist dessen Legitimitätsgrundlage doch nur schwach entwickelt. 95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger halten sich von den Parteien fern, und auch die Parteimitglieder entfalten größtenteils lediglich beschränkte Aktivität. Durch spontane Streiks und vor allem Bürgerinitiativen, deren Mitglieder ihre Interessen in den Parteien nicht genügend vertreten sehen, wird die "etablierte" Parteiendemokratie von immer mehr Gruppen in Frage gestellt (...).

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Andere Wissenschaftler (...) gehen dagegen davon aus, dass die Parteien und das Parteiensystem in den Augen einer großen Bevölkerungsmehrheit gefestigt sind und daher ein hohes Maß an Anerkennung genießen (...).

[Uwe Backes/Eckhard Jesse, aus: Informationen zur politischen Bildung 207, Parteiendemokratie, Bonn BpB 1997]

Das Problem der Legitimation von Parteien spielt eine prominente Rolle in der Diskussion um den "Parteienstaat". Dieser Diskussion ist ein gesonderter Abschnitt im Rahmen von Grundkurs 5 gewidmet [...zum Abschnitt "Parteienstaat"]

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Autor
: Klaus Müller
erschienen: 2007
Preis: EUR 12,50

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